Archiv für Februar, 2011

Buch-Vernissage von «Ausgepowert»

Marcel Hänggi präsentiert sein neues Buch «Ausgepowert» und diskutiert seine Thesen mit Geri Müller (Nationalrat, Präsident SES); Moderation Markus Hofmann (NZZ)

Montag, 18. April 2011, 19.30 Uhr
Kanzlei (Turnhalle), 8004 Zürich

Dass das Verbrennen von Erdöl die Umwelt schädigt, wissen mittlerweile alle. So wird fleissig nach Wegen gesucht, den Energiehunger zu befriedigen, ohne dem Klima weiter einzuheizen. Doch statt nur nach alternativen Energien fragt Marcel Hänggi nach gesellschaftlichen Alternativen. Denn Energie prägt die Art, wie wir Nahrung produzieren und uns ernähren; wie wir uns bewegen; wie wir konsumieren; wie die Macht in Wirtschaft und Politik arbeitet. Ein anderer Umgang mit Energie ist nicht nur ökologisch angezeigt – sondern böte Chancen für die ganze Gesellschaft.

Das Buch von Marcel Hänggi präsentiert Lösungsansätze, die Hoffnung machen – es gelingt ihm den Ernst der Lage aufzuzeigen aber auch die damit verbundenen Chancen zu darzulegen.

Der Autor

Marcel Hänggi, geboren 1969, hat an der Universität Zürich Geschichte studiert. Er arbeitet seit 1996 als Journalist und war unter anderem Auslandredaktor der Weltwoche und Wissenschaftsredaktor der Wochenzeitung. Seit 2007 ist er freischaffender Wissenschaftsjournalist. 2007 erhielt er den Zürcher Journalistenpreis. Beim Rotpunktverlag bisher erschienen 2008 „Wir Schwätzer im Treibhaus“.

Die SES und der Rotpunktverlag freuen sich auf Ihr Kommen.

PDF: Buchvernissage Hänggi
Weitere Informationen:
www.energiestiftung.ch
oder bei
Bernhard Piller
Tel. Geschäft: 044 275 21 21
Mobile: 079 823 64 93
E-Mail: bernhard.piller@energiestiftung.ch

Marcel Hänggi, Ausgepowert. Das Ende des Ölzeitalters als Chance, Herausgegeben von der Schweizerischen Energie-Stiftung, erschienen im Rotpunktverlag, 364 S., ISBN 978-3-85869-446-1, Fr. 38.–

Noch sind die ÄgypterInnen noch nicht über dem Berg

Klar, der erste Erfolg gehört den mutigen ÄgypterInnen, welche mit über 300 Opfern Mubarak endlich abgesetzt haben. Mubarak war der perfekte Verwalter amerikanischer, europäischer und israelischer Interessen. Dafür hat sein Volk einen hohen Preis bezahlt. Korruption und Gewalt hat die grosse Mehrheit in Armut getrieben. Mubarak schützte den Suezkanal, durch den zwei Drittel des Welthandels durchgeführt wurde. Dafür erhielt er militärische Hilfe aus den USA.

Vor wenigen Jahren machte ja die somalische Küste von sich reden, als ab und zu ein Schiff von sogenannten Piraten geentert wurde. Der südliche Zugang zum Suezkanal, eben diese somalische Küste, wurde danach, man höre und stauene, von amerikanischen, europäischen, chinesischen, russischen und indischen Piratenjägern gesichert. Historisch einmalig, diese Kombination, aber sie zeigt auf, wie bedeutend dieser Seeweg für den Welthandel ist. Übrigens wollten einige Schweizer Bundesräte da mitmachen, doch sie scheiterten am Widerstand der Grünen, welche zunehmend von den anderen Parteien bei der Operation Atalanta unterstützt wurden. Mubarak war aber auch ein Garant für die israelische Unterdrückung der Palästinenser. Auch dafür kassierte er einen grossen Support vom Westen.

Nun ist er also weg. Wer nach ihm kommt, ist nun die grosse Frage. Und ob es wirklich freie Wahlen gibt, welche dann auch vom Westen akzeptiert werden. Denn wenn eine Mehrheit an die Macht kommt, welche nicht mehr nur dem Westen dienen will, wird dies nicht akzeptiert. Als wollen die westlichen Leader schon im Voraus gerne “helfen”. Die Ankündigungen Obamas, Merkels und Sarkozys lassen nichts Gutes erahnen. Es braucht nun auch Druck von hier aus, dass diese Geopolitischen Schachspieler endlich Ägypten seinem freien Willen überlassen und nicht immer nur an sich denken. Klar, das wird unsere Lebensumstände betreffen. Aber wer kann denn wirklch akzeptieren, dass bei uns der Überfluss durch das Elend anderer ermöglicht wird? Die Zeiten bleiben spannend…

Das Saudi-Öl ist am Ende

Als ich vor acht Jahren von einer Nahostrecherchenreise zurückkehrte, war mir bewusst, dass die Öl-Ressourcen Saudi-Arabiens massiv überschätzt werden. Berichte um 2005 aus der Region bestätigten dies, von Anschlägen auf die saudische Ölförderung hörte man im Westen nichts, Widerstand gegen das saudische Königshaus war hier tabu. Im Schwarzen Goldland läuft alles geschmiert, war die Meinung im Westen. Es durfte nicht sein, dass der Stoff, der den Westen so reich gemacht hat, versiegen darf. 2008 kamen die ersten zögerlichen Meldungen der IEA, dass das Öl in Saudi-Arabien immer schwieriger zum abbauen wird. Heute wird über den englischen “Guardian” bekannt, dass dieser Umstand schon länger diplomatisch den Amerikanern mitgeteilt wurde.

Eigentlich wäre jetzt ja alles klar: das Öl verabschiedet sich vom Menschen. Höchste Zeit, dass er sich Alternativen sucht, resp. diese endlich einsetzt. Nichts einfacher als das: Wir können schon heute Häuser bauen, die nicht mehr geheizt werden müssen, resp. alte entsprechend sanieren. Die Öl-Automobilität ist eh eine Plage für alle, könnte längst mit wenigen Aussnahmen massiv reduziert werden. Überhaupt sind die erneuerbaren Energien längst konkurrenzfähig mit Öl, würde man nicht nur den Kaufpreis verrechnen, sondern auch die Kosten (Kriege ums Öl, CO2-Katastrophe).

Doch einige wollen noch immer nicht verstehen, dass ein neues Zeitalter angebrochen ist. Und werden das Öl dort holen, wo noch etwas vorhanden ist. Wetten, dass wir bald Probleme im Iran und in Westchina haben werden?

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