Archiv für Dezember, 2009

Kündigung eines US-Diplomaten in Afghanistan

 US-Diplomat kündigt seinen Job in einem offenen Brief gegen den Afghanistan-Krieg 

“Ich habe kein Verständnis mehr”

 

Obama stockt die US-Truppen in Afghanistan auf, um den Krieg schnell zu beenden. Doch der US-Diplomat Mathew Hoh hielt jedes weitere Engagement für sinnlos und quittierte deshalb den Dienst.- Lesen Sie seinen Abschiedsbrief.  

US Foreign Service Officer
Matthew P. Hoh,
Senior Civilian Representative, Afghanistan
 

Ambassador Nancy J. Powell
Director General of the Foreign Service and Director of Human Resources
U.S. Department of State
2201 C Street NW
Washington, D.C. 20520 

September 10, 2009 

Sehr geehrte Frau Botschafterin, 

mit großem Bedauern quittiere ich hiermit den diplomatischen Dienst und trete von meiner Stellung als Vertreter des Außenministeriums in der Provinz Zabul zurück. … 

…Aber nach fünf Monaten Dienst sowohl im Osten als auch im Süden des Landes, ist mir das Verständnis für den strategischen Nutzen von amerikanischer Truppenpräsenz in Afghanistan abhanden gekommen. Ich habe ernsthafte Zweifel an unserer derzeitigen Strategie und an dem für die Zukunft geplanten Vorgehen. Der Grund für meinen Rücktritt liegt jedoch nicht darin, wie dieser Krieg geführt wird, sondern vielmehr darin, dass mir nicht klar ist, warum er geführt wird und zu welchem Nutzen. Einfacher ausgedrückt: Ich sehe keinen Sinn darin, weiter amerikanische Verluste hinzunehmen und Ressourcen zu vergeuden, um die afghanische Regierung bei einem Konflikt zu unterstützen, der im Grunde ein seit 35 Jahren andauernder Bürgerkrieg ist. 

Wir sind jetzt seit acht Jahren in Afghanistan und versuchen Einfluss zu nehmen auf die Regierung und die Entwicklung des Landes. … Lesen Sie weiter unter: 

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30 Jahre Palino auf den Brettern – Laudatio

Liebe unentwegte Gäste

Liebe Happy Birthday-Singers

Liebe KünsterInnen, chères artistes, cari artist, my dear stars from all over the World

Sie alle sind hier um einen ausserordentlichen Geburtstag zu feiern. Herzlich willkommen! Aber wissen Sie denn wirklich wen oder was Sie hier feiern werden? Wissen Sie was noch vor 30 Jahren ihnen geboren wurde?

Die ersten Jahre im Zirkus und auf den Brettern Frankreichs und Italiens habe ich den Frischling von der hohen Schule von Le Coq nicht gekannt. Eines Abends schlendere ich durch die Gassen Badens, für einen der aus dem Dorf kommt, die Gassen der Weltstadt Baden. Ein paar Männer völlig eingestaubt, räumen uralte Ware aus einem Keller, unweit des Tabakladens, genauer gesagt unter dem Tabakladen. Sie wollen ein Theater bauen. Marc, Peter, Reto und Thomas. Marc zeigt mir ein Inserat aus einem Badener Tagblatt von 1908: „Sie müssen arbeiten? Ihr Kind soll schlafen? Heroin! Dragees à 2mg zu 8 Rappen, Chemische Industrie Basel, heute Ciba. Damals brauchte man halt noch keine Tagesstrukturen.

Kaum war der Keller leer, wurde er verzaubert. Der Hauseingang wurde zum Entrée, der Tote Raum unter der Treppe verwandelte sich in eine Kasse, es ist mir noch heute Schleierhaft wie der Peter Extralang sich da hinein zwängen konnte, und nachdem man sich x mal den Kopf angeschlagen war, stand man auf der Empore des Kellertheaters, zusammengezimmert aus rohen Tannenbrettern. Palino hatte seine Bretter, welche die Welt bedeuten, selber erschaffen.

Palino war eigentlich unmöglich, schon damals. Nach einer Vorstellung fragte er mich, ob ich auch mal die Technik fahren wolle. Ich wagte ihn nicht zu fragen, was mich den dafür qualifiziere, gut damals gab‘s noch keine Bologna-Bachelors und Credits, dennoch fragte ich mich, warum er ausgerechneten einen diplomierten Psychiatriefachmann mit Akutabteilungserfahrung als Techniker einstellte. Das war 1988.

Und ich liess mich auf die „Tolle Welt“ ein. Ein Polittheater der Weltklasse. „die Männer sind alle Verbrecher, Ihr Herz ist ein finsteres Loch, haben tausend verschiedene Gemächer, aber lieb, aber lieb sind sie doch“. Berlin der dreissiger Jahre auf der Badener Bühne. Palino rief das Publikum auf, ja nicht wieder in die braune Zeit zu verfallen, die ersten BürgerInnen der Deutschen Demokratischen Republik drangen über Ungarn nach Wien. Und Palino verwandelte sich auf der Bühne von der Diva, zum Jongleur, leitete einen Boxkampf und tanzte anschliessend mit dem Tod. Den Applaus hatte er verdient. Der Techniker hinter ihm, der verbrannte Finger hatte, weil die Seile für die  Kulissen aus Hanf waren und er, der Schüler von Marchetti natürlich hunderte von Kulissenwände und Effekte brauchte. Der Techniker war erschöpft. Jetzt war mir klar, warum er keine dieser Techniker-Diven anstellte, welche mehr an Gewerkschaftsveranstaltungen teilnahmen als an Theaterabenden und war ganz froh, einen soliden Beruf in der Psychiatrie erlernt zu haben.

Palino liebt die Menschen und er sass manchmal nächtelang in der Wohnung oberhalb seines Theater und diskutierte über Gott und die Welt. Seine originelle Wohnung ist heute das Büro der Stadtökologie.

Seine Liebe galt aber auch der Luft. Gleitschirmfahren, die Schwerelosigkeit, das Gefühl der Vögel, endlich hoch oben, ohne auf dieses verdammt schmale Seil angewiesen zu sein. Palino brauchte definitiv kein Marihuana um abzuheben…

Dann der Absturz, die andere Schwebe, das Seil über Leben und Tod. Palino meisterte dank seiner Familie, seiner Freundin, aber auch seines Dranges, weiter dem Theater zu dienen diesen schweren Schlag. Wenn man bedenkt, was nach diesem Absturz alles nicht produziert worden wäre, wo wäre Baden heute?

Palino erfüllte seine Träume und ebnete dem Publikum den Weg zu den Träumen. Erwin, der Nachtwächter, der sich nachts in einer Theatergarderobe verirrt, die Kostüme ausprobiert, dann zum Clown und Pizzabäcker mutiert um am Schluss auf dem Schlappseil, nicht ohne das Lied gesungen zu haben Whats a wunderful World, einschläft und seinen Auftrag vergisst. „The Badest“ hiess das Stück, kein politisches Theater, aber eine poetische Warnung an die ZuschauerInnen, vor lauter Arbeit, die Träume nicht zu vergessen. Mit diesem Stück fuhr ich dann mit Palino das erste Mal auf eine Auslandstour in die noch existierende DDR. Die Autobahn war noch leer, sieht man von den Fahrzeugen des legendären Circus Aljoschka ab? Circus Aljoschka? Das waren die Militärlastwagen der Sowjetarmee, welche in kyrillschen Lettern eben mit CA abgekürzt waren. Da standen und rauchten also die von uns so gefürchteten Kriegsfahrzeuge der Russen und wir waren mit unserem alten VW-Bus die Schumis der DDR.

Die Theater waren voll, das Publikum gespannt auf die Künstler von da drüben. Ja die Schweiz war beliebt und jeder kannte unsere hier unbekannten Schriftsteller wie Meienberg, Bichsel und Rappaz. Und stellen Sie sich vor, Palino im Grossen ehrwürdigen Leipziger Stadtheater, auf einer Riesenbühne, ganz alleine mit zwei Tischtennisbällen in den Wangen, ich als Techniker über hundert Meter von ihm entfernt, hoch oben in der Regie mit einem einseitigen Fahrplan, 10 weitere Techniker beschäftigend, ein Gefühl, Welttheater erlebt zu haben.

Nach dieser Tour blieb Palino im Osten und besuchte Otto von Lilienthal, ausgerechnet diesen Entwickler des ersten Flugzeugs, der damit tödlich abstürzte. Er kam mit Plänen zurück und verliess das Kleintheater, um im alten Schlachthaus zu Bern, Dädalus und Ikarus zu Lilienthal zu führen. Palino macht immer grössere Projekte und verlässt gar die Bretter.

In der ehemaligen Turbinenwerkhalle 36 lässt er Tonnenweise Humus einfahren, um an den Urknall heranzukommen: Am Anfang war das Theater

Er lotet die hochsensible Unterwelt der öffentlichen Bedürfnisanstalten aus und lässt das Publikum an einem Scheisstheater teilnehmen. Hunderte stehen in der Rathausgasse an, tänzeln von einem Bein aufs andere und hoffen Einlass zu erhalten, nicht mal eine jeweils zusätzliche Nocturne kann alle Bedürfnisse befriedigen. Palino machte vielen Politikern bewusst: Mit einem Scheisstheater kommt man viel leichter in die Medien. Radio und Fernsehen waren dabei, wenn Roy seine Pickel ausdrückte und der Kurier mit den trockenen Gipfeli seine Fünfsekünder feierte. Für den Techniker ein heikles Stück, das Licht war das einzige, was die beiden bekleidete.

Und dann rief endlich Wien, Österreich, welche auf die Bilder von Matthias Dix abfuhren, der extreme Beobachter, der die Menschen besser als jede Gigapixelkamera im Bild festhält. Doch den Österreichern war nicht nach Fäkalien zu Mute, im Nachbarland Jugoslawien rollten die ersten Panzer.

Mit dem Ensemble Compagnia Teatro Palino eroberte Palino die Stadt, den Kirchplatz mit dem Glöckner von Notre Dame, er verband Kirche und Staat mit einem Seil und schwebte über die Stadt und er begab sich zur Ruine Stein, wo er erstmal von Petrus so richtig verregnet wurde. Ein weiterer Absturz, ein finanzielles Desaster. Palino liess den Kopf nicht hängen und die Bevölkerung der Stadt und ihre Regierung liess Palino nicht hängen. Mit Linzertorten à Diskretion verhielt er sich weit grossherziger als die gescheiterten Banken im vorigen Jahr.

Und es geschah ein weiteres Wunder, das Theater am Brennpunkt. Eine Waschmaschinenschmitte wurde zur mittleren Bühne des Aargaus, zum Brennpunkt der Schweiz. Ein Treffpunkt, der junge Menschen animierte, auf die Bühne zu gehen, der eine Traumwelt erschuf, die weder digital noch trivial war. Seine revolutionäre und kreative Art mit Geld umzugehen brachte einige zur Verzweiflung. So auch seine Managerinnen Charlotte und Silke. Die Ära Brennpunkt brachte Palino ans Ende seiner Träume…

So en Seich, wer so etwas denkt, kennt Palino nicht. Er verlor sein ganz Hab und Gut liess Party Pur gewähren und fing wieder an der Rathausgasse an. Und da sind wir heute noch, nein nicht nur da. Kaum verliess der Duftladen die Rathausgasse 22, verzauberte Palino dieses Haus und Unvermeidbar wie eh und je, richtete er dort die nächste Kultstätte ein.

Palino, ist Dir bewusst, dass Du mehr Theater eröffnet hast, als Minarette im Lande stehen? Ist die bewusst, dass Du zahlreichen jungen in Baden ein Virus eingepflanzt hast, das grössere Folgen als die Schweinegrippe hat? Einige davon werden sie heute sehen, Nadine, Senta, Simone …

Ist Dir bewusst, dass Deine Träume Mauern eingerissen haben, und Personenfreizügigkeit ermöglicht hat? Wie sonst kämen hier so viele internationale Künstler zusammen? L’art de Passage, die die Kunst des Übergangs allzu ernst nahmen und einfach über die Mauer zu Dir ins Theater gastieren kamen? So werden Sie heute Abend mit Manel Delagdo, Xavier Mestres, Matthias Dix nur einen kleinen Teil seiner Freunde erleben können. Du hast mehr bilaterale Abkommen als die Schweiz abgeschlossen!

Wie bitte, Du meinst ich übertreibe?

Ok, dann was anderes: ist dir auch bewusst, dass Du eine Menge Geld vernichtet hast, ……aber sei darauf nicht stolz, es ist bloss ein klitzekleiner Teil der Summe welche von unseren Finanzexperten versenkt worden ist, den Banken.

Palino, reiss Dich zusammen und mach weiter so, 30 Jahre sind nichts, Du hast erst einen Drittel hinter Dir!

In Freundschaft

Dein Technik-Gruftie und Freund Geri Müller am 18. Dezember 2009

Finkelstein: Livni ‘proud’ of Gaza ‘war crimes’

Prominent Jewish-American professor says Gaza rockets were ‘symbolic resistance’ to Israeli siege.

LONDON – Prominent Jewish-American Professor Norman Finkelstein accused Israel of perpetrating “war crimes” in Gaza through its ongoing siege of the Strip and its war at the turn of the year.
His accusation came within an international conference titled, “UNRWA and Future of Palestinian Refugees”, organized in London Wednesday.
Finkelstein said the causes and effects of the war on Gaza are now coming to light, both in the Goldstone Report and in the recent arrest warrant issued by the UK for Tzipi Livni, who stated that she was “proud of everything she had done in Gaza”.
Briefly assessing the history to the siege, Finkelstein noted that the ceasefire that was agreed between Israel and Hamas June 2008 was broken by Israel, not Hamas: whilst Hamas stopped its rocket attacks, Israel did not lift its illegal blockade on Gaza and launched a night raid on Gaza, whilst the eyes of the worlds were watching 4th November 2008 US elections.

Six Hamas resistance fighters were killed, provoking Hamas to respond, which it did by resuming rocket attacks. Finkelstein emphasised that this is not violence so much as “symbolic resistance”.

He quoted one Palestinian who referred to the rocket attacks as “modest home made rockets are a cry of protest to the world”.
Finkelstein commented that if we are going to condemn Hamas for these rocket attacks, we must suggest how else they should resist the pressure placed on them by persistent Israeli attacks, subjugation and persistent blockades that drain the small area of land. If we cannot provide an alternative, we cannot criticise, he argued. Finkelstein emphasised the disproportionate nature of the Israeli attacks.
The ratios of death and destruction are striking: 100 Palestinians were killed to 1 Israeli; 600 Palestinian civilians were killed to 1 Israeli; and 6000 Palestinian homes were destroyed to 1 Israeli home, he explained.
On this basis, Finkelstein said, it cannot be called a war as a minimum condition of war is that there are at least two sides firing at each other. Israeli soldiers themselves have stated that Israel used “insane amounts of firepower.” Israel’s claims that the extent of devastation and death was due to Hamas using human shields and purposely positioning themselves in dense civilian areas has been undermined by reports by Human Rights Watch, Amnesty International, the Dugard Committee and the Goldstone Report which have found no evidence to support this claim.

The Goldstone Report stated that the siege was a “deliberately disproportionate attack designed to punish, humiliate and terrorise a civilian population”.

Finkelstein notes that we can only assume that Goldstone, a self-confessed Zionist and a supporter of Israel, would have no interest in unfairly criticising Israel. The world must assume therefore that what Goldstone has reported is an accurate reflection of abuse and apportionment of responsibility for what happened in Gaza, he added. Finkelstein noted that Goldstone Report has, for the first time, put the assessment of human rights abuses first in this conflict, rather than the attention being persistently focussed on the “peace process”. The truth about the ongoing human rights abuses committed by Israel against Palestinians must be at the forefront of campaigning, stressed Finkelstein.

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